Meinungen zum Tragetuch |
Anna, 6 Jahre
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| "Ich meine, daß solche Tragetücher ein ideales Transportmittel sind, welches in den ersten 4 bis 5 Monaten durch keine andere Tragevorrichtung ersetzt werden sollte. Sie sind bei uns unter dem Namen Didymos im Handel. Sie werden auch in jeder Weise der Forderung nach notwendigem und intensivem Eltern-Kind-Kontakt gerecht." |
| "Ohne Zweifel sind diese DIDYMOS-Tragetücher allen auf dem Markt angebotenen Trageschlingen und Tragebeuteln vorzuziehen, da nur sie einen optimalen Körperkontakt mit dem Kind ermöglichen. Man kann die Tücher auf verschiedene Art binden,gerade so, wie es für das Kind am bequemsten ist." |
| Säuglinge, welche in diesem Tragetuch auf der Hüfte, vor dem Bauch oder auf dem Rücken der Mutter überall mit herumgetragen werden, entwickeln sich besser als Kinder, welche die meiste Zeit in einem Kinderbettchen verbringen. Das gilt gleichermaßen für die motorische, kognitive und emotionale Entwicklung. Eltern wiegen und schaukeln ihre Kinder im allgemeinen nur dann, wenn sie sie beruhigen wollen. Namhafte Kinderärzte und Orthopäden empfehlen es aus folgenden Gründen: Die Augen des Babys bekommen während des Umhertragens sehr viel mehr von der Umwelt zu sehen. Dadurch erhält das kindliche Gehirn vermehrt Entwicklungsreize. Durch die Bewegung der Mutter werden die gesamten Hautrezeptoren, aber auch die Bewegungs- und Gleichgewichtsorgane angeregt. Jede Schwerpunktverlagerung ruft eine entsprechende Reflextätigkeit der Nerven und Muskeln hervor. Der intensive Körper- und Blickkontakt mit der Mutter oder dem Vater (auch er sollte den Säugling herumtragen!) vermittelt ein Geborgenheitsgefühl, dessen psychosoziale Wirkung von unschätzbarem Wert ist. Die Beinchen des Babys befinden sich im DIDYMOS-Tragetuch anatomisch genau in der gewünschten Spreizstellung, wenn es z.B. auf der Hüfte des Erwachsenen reitet. Dadurch wird habituellen Hüftluxationen entgegengewirkt. |
| In diesem Tragetuch sitzt das Kind in einem anatomisch korrekten Spreizsitz, wobei der Rücken des Kindes vollständig gestützt wird. Es ist bekannt, daß bei den Naturvölkern eine Hüftluxation fast nicht vorkommt, weil die Kinder in dieser Weise getragen werden. Die bei uns in Deutschland übliche Therapie mit Spreizhose und Breitwickeln bei vorhandener Luxation kann durch das Tragen des Kindes im Tragetuch optimal unterstützt werden. Dem scheinbar berechtigten Einwand, daß bei der Verwendung des unter dem Namen DIDYMOS bekannten Tragetuches ein Wärmeverlust dem Säugling nicht zuträglich sei, kann entgegengehalten werden, daß ein gesunder Säugling durchaus in der Lage ist, die Temperaturschwankungen in unseren Breiten zu verkraften, ohne daß er bis zur Nasenspitze in Kissen eingehüllt sein muß. Die Wärmeregulation des kleinen Körpers wird auf natürliche Weise angeregt, eine gewisse Abhärtung wird erreicht und außerdem ist die Rachitisprophylaxe gewährleistet, was bei einem von jedem Licht abgeschirmten Säugling so sicher nicht gegeben ist. Der psychologische Effekt dieser Trageweise kommt sowohl dem innigen Eltern- Kind- Verhältnis als auch der Intelligenz des Kindes zugute. Das Kind braucht das Gefühl der Sicherheit und der Geborgenheit, was durch den engen Kontakt zu Mutter und Vater vermittelt wird. Die Eltern sind ständig im Blickfeld, keine Kinderwagenplane begrenzt den Horizont. Ich selbst konnte mich auch von den praktischen Vorzügen des Tuches überzeugen, indem ich mein 2. Kind auf diese Art trage. Man hat beide Hände frei, kann dadurch seiner Arbeit nachgehen, z. B. das Geschwisterkind versorgen, ohne daß das Kleinkind immer in seinem Bettchen liegen muß. Das Baby nimmt schon sehr früh am Familienleben teil. Außerdem ist der Zutritt zu allen Läden, Kaufhäusern usw. uneingeschränkt und zeitsparend, ein Kinderwagenparkplatz ist unnötig, das Warten bei überfüllten Aufzügen entfällt. Das Platzproblem einer Fahrt in einem öffentlichen Verkehrsmittel fällt fort. All dies ist sicher ein Grund, daß die Mutter ihr Kind viel öfter zu verschiedenen Gelegenheiten mitnimmt. Das Kind ist immer dabei und lernt seine Umwelt eher "begreifen". |
| Säuglingen gewährt man heute vielfach den größten Teil des Tages keinen Kontakt mit ihrer mütterlichen Betreuerin. Ihr Kontaktruf, ihr Weinen, entspricht biologisch dem akustischen Notsignal des Traglings wegen des Verlustes der Verbindung mit der allein schutzbringenden Mutter... |
| Bis vor kurzem, und teilweise auch heute, galt der Säugling allgemein als ein unselbständiges, mit wenigen Fähigkeiten ausgestattetes Wesen, das hauptsächlich essend und schlafend die Zeit verbringen muß, um so zu einem zur Kommunikation fähigen Menschenkind heranzuwachsen. Ein Säugling, dessen körperliche Bedürfnisse gestillt sind und der zum Schlafen in einen separaten, geräuscharmen Raum niedergelegt wurde, ist keineswegs zufrieden. Auch ein gerade aufwachender Säugling beginnt meist zu weinen, falls er, nachdem er sich durch einen kurzen Laut bemerkbar gemacht hat, keinerlei Anwesenheitsbestätigungen von den Eltern erhält (Morath, 1977). Das Verlangen nach Anwesenheit oder nur Anwesenheitsbestätigung der Betreuungsperson erfolgt häufiger, als es den Eltern rational verständlich ist; denn nichts Beunruhigendes scheint den Säugling zu umgeben. Die Ruhe und das Alleinsein, für einen Nesthocker etwas Normales und keineswegs Ängstigendes, beunruhigen ihn jedoch. Der Säugling ist nicht von Natur aus ein Nesthocker, wie die Vorstellungen Portmanns (1944/69) es nahelegen, sondern er wurde zu einem "kulturellen" Nesthocker gemacht (Peiper, 1950, 1955, 1961). Der menschliche Säugling zeigt verhaltensbiologisch auch heute noch seine Zugehörigkeit zum Jungentypus Tragling. Dies geht aus seinem Bedürfnis nach Anwesenheit der Betreuungsperson hervor. Der tiefe Schlaf des Säuglings auch beim heftigsten Bewegtwerden und selbst bei geräuschvoller Umgebung beweist die beruhigende Wirkung von Lageveränderungen, da diese die Anwesenheit der Betreuungsperson signalisieren. Hierin liegt eine für einen Tragling verständliche Verhaltensdisposition, dessen Überleben in stammesgeschichtlicher Vergangenheit von der Gegenwart der Mutter abhängig war.
Das Gleichgewichtszentrum ist eines der am frühesten heranreifenden Gehirnteile; die positive Wirkung des Bewegtwerdens nutzt man in verschiedenen Kliniken zur Förderung der Entwicklung von zu früh oder untergewichtig geborenen Kindern aus. So wurden in Chicago Brutkästen mit Wasserbetten ausgerüstet; in schwedischen Kliniken werden Hängematten verwendet. Es traten seltener Herz- und Atembeschwerden ein, und die Kinder gediehen besser. Das Tragen wirkt in verschiedener Weise positiv auf den Säugling. Bewegtwerden zeigt ihm, daß er nicht allein ist, und vermittelt ihm Sicherheit. Zudem wird ein enger Körperkontakt hergestellt. Die positive Wirkung des Hautkontakts wurde ausführlich von Hilsberg (1985) und Solter (1987) beschrieben; Montague (1974) zeigte in seinem klassischen Werk, welche wichtige Rolle der Körperkontakt für die Entwicklung des Kindes spielt. Die Beobachtungen von Hunziker (1986, 1988) zeigten, daß Säuglinge, die etwa vier Stunden pro Tag in aufrechter Körperhaltung getragen wurden, ab der dritten Lebenswoche auffallend weniger weinten als die Kinder der Kontrollgruppe, zudem längere Wachphasen in zufriedener Stimmung aufwiesen, was insgesamt von Vorteil für die Entwicklung des Kindes ist. Auch aus Kulturen, in denen die Kinder vornehmlich getragen werden, ist bekannt, daß die Säuglinge ruhiger sind und seltener weinen. |
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