Gedanken zum Preis der Dinge

Die Ergebnisse einer Elternbefragung zu Qualität und Preis


Mit unseren Qualitätsansprüchen liegen wir nicht im derzeitigen "Geiz-ist-geil-Trend".
Da erhebt sich die Frage: Ist Qualität nicht mehr en Vogue oder geht der Trend in die falsche Richtung?
Um diese Frage zu klären, haben wir vor einem Jahr eine Umfrage gemacht. Die Fragestellung war: Welche Einsparungen würden Eltern akzeptieren, um den Preis von DIDYMOS-Tüchern zu senken?

Nachdem die Umfrage einigen Wochen im Netz stand, präsentierte unser Rechner das Ergebnis (Bild rechts).
Interessant fanden wir vor allem, dass die Punkte, bei denen Billighersteller das meiste sparen, nämlich an den Lohnkosten, von der überwältigenden Mehrheit der befragten Eltern abgelehnt wurden.
Natürlich ist es günstiger, wenn man den Service auf ein "Call-Center" abschiebt, Qualitätskontrollen einstellt, Lager und Versand "outsourced" und die Produktion nach Indien globalisiert. Aber kaum 3% der Befragten fänden es gut, wenn auch wir diesen Weg gingen.
Die Punkte "Rohstoffe" und "Gewebe" bestimmen entscheidend die besonderen Eigenschaften unserer Tragetücher. Auch hier waren die Eltern nicht zu Zugeständnissen bereit. Wir übrigens auch nicht.
Die Punkte "Färbung" und "Modellvielfalt" sind nicht zuletzt Geschmacksfragen. Wir sollten alle "Geschmäcker" abdecken, ein Kunde hat nur einen. Aber dazu später mehr.
Zunächst möchten wir aber noch anmerken, dass unsere Preise seit Jahren unverändert sind. Weder bei der Euro-Einführung, noch im Zuge der Mehrwertsteuer-Erhöhung haben wir sie verändert, was auf die Dauer auch einer Preissenkung gleich kommt.

Wobei sollen wir Ihrer Meinung nach sparen?

Auswertung einer Internet-Umfrage mit 2573 Teilnehmern

sparen bei

Erläuterung

Anmerkung

Rohstoffe

das meinten: 2%
Wir verwenden nur Rohfasern der jeweils höchsten Qualitätsstufe aus kontrolliert biologischem Anbau. Die Baumwolle ist extrem langfaserig. Daher können wir in der Produktion auf chem. Hilfsstoffe verzichten, und das Gewebe ist sehr haltbar und scheuerbeständig. Baumwolle gibt es in verschiedenen Qualitäten und zu unterschiedlichsten Preisen. Manche hält Jahrzehnte, andere ist eher zum baldigen Verbrauch bestimmt. Nun würde der Einsatz billigerer Rohfasern den Endpreis nicht so dramatisch senken, dass es den Qualitätsverlust rechtfertigen würde. Andererseits, unserer Tücher halten Jahrzehnte und werden oft für teures Geld weiterverkauft, was nicht so gut fürs Geschäft ist. Vielleicht sollten wir... Aber nein! Natürlich nicht!

Herstellungsort

das meinten: 2,3%
Unsere gesamte Herstellung findet in Deutschland und Österreich statt. In Länder wie Indien oder Pakistan wäre das viel billiger. Allerdings sind dort die Arbeitsbedingungen kaum zu überprüfen. Selbst Kinderarbeit ist an der Tagesordnung, und die dortige Textilindustrie ist der größte Wasserverschmutzer und -verschwender.
Nicht zuletzt sichern wir bei uns Arbeitsplätze in einem traditionsreichen Wirtschaftszweig.
In der Auslagerung in Billiglohnländern liegt ein sehr großes Einsparpotential. Aber 98% der Befragten finden es nicht gut, wenn Firmen "outsourcen" und "global-playen".
Leider sieht man nicht allen Sachen an, wo sie hergestellt werden, aber wir produzieren hier. Nur die Rohbaumwolle kaufen wir in fernen Ländern, und auch dabei achten wir auf ökologische und soziale Aspekte.

Gewebe

das meinten: 4,7%
Unsere Jacquard- und Kreuzköper-Gewebe mit unterschiedlichen Garnen in Kette und Schuss sind dauerhaft elastisch und sehr haltbar. Die Kosten entstehen hier durch die geringe Webgeschwindigkeit auf komplizierten Webstühlen, ein großes Garnlager (2 Garntypen pro Farbe) und den großen Aufwand für die Qualitätssicherung. Als einziger Hersteller weben wir mit zwei unterschiedlichen Garnen, und als einziger weben wir Jacquard-Tücher. Wir tun das, weil es sich in unserer jahrzehntelangen Erfahrung als das Beste herausgestellt hat. Andere tun's nicht, weil es eben nicht so einfach und deshalb teurer ist. Da über 95% der Leute das Besondere zu schätzen wissen, bleiben wir dabei.

Färbung

das meinten: 33,9%
Wenn man, wie wir, die Garne vor dem Weben färbt, kann man die Bedingungen optimal auf den jeweiligen Farbstoff abstimmen. So erreichen wir die stabilste und ökologisch wie physiologisch unbedenklichste Färbung. Günstiger ist die sonst übliche Methode: Man webt den immer gleichen weißen Stoff und färbt oder bedruckt ihn nach Bedarf. Hier sehen ein Drittel der Befragten ein Einsparpotential.
Etwas schlichtere Modelle, einfarbig oder bedruckt? Dem Baby wäre es egal, solange die anderen Eigenschaften auf dem bewährten Stand bleiben. Allerdings erreichen wir bisher nur mit der Garnfärbung die gewünschte Wasch- und Speichelechtheit.

Modelle

das meinten: 80,5%
Weil die Geschmäcker eben verschieden sind, weben wir zur Zeit etwa 50 verschiedene Modelle aus ca. 160 unterschiedlichen Garnen. Viele davon mit aufwendig eingewebten Mustern. Das bedeutet: große Lager an Garnen und Tüchern, kleine Chargen bei der Garnfärbung, häufiges und zeitintensives Umrüsten der Webmaschinen. Fast alle Eltern waren der Meinung, dass wir zu viele Modelle anbieten.
Eine Ansicht, die wir durchaus teilen. Manchmal möchten wir aber etwas Neues bringen, und wenn wir dann ein altes Modell aus dem Sortiment nehmen, werden wir mit der Frage bestürmt, warum wir denn ausgerechnet das schönste Tuch streichen.
Jedem genügt im Prinzip ein einziges Modell. Hauptsache es ist das richtige.

Service

das meinten: 6,7%
Perfekte Bindeanleitungen, das Netz der 'Kontaktadressen', der Versand von Leihtüchern, persönliche Hilfe per Telefon oder e-Mail, Schulungen für Hebammen, Kurse in Krankenhäusern, das alles braucht viele fachkundige Mitarbeiterinnen. Nur 7% der Eltern möchten oder können auf fachkundige Unterstützung verzichten. Wir werden die Belegschaft also nicht reduzieren.

Kontrolle

das meinten: 0,4%
Man kann sich ja trotz allem nie ganz sicher sein... Deshalb lassen wir unsere Tücher regelmäßig von renommierten Instituten auf ihre chemischen und physikalischen Eigenschaften hin untersuchen z.B. auf Schadstoffe, Farb- und Speichelechtheit oder Scheuerbeständigkeit. Diese Untersuchungen sind sehr umfangreich und entsprechend teuer. Kaum Zustimmung (<0,5%) fand der Vorstoß, die Kontrollen zu reduzieren. Der großen Mehrheit scheint es also wichtig zu sein, dass die Qualität auch von unabhängigen Stellen bescheinigt wird.
Es waren mehrere Nennungen möglich. Daher ist die Summe größer als 100%.  

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